3 Jahre sind nun fast seit dem denkwürdigen Ereignis  “50 Jahre R16” vergangen. Ein schöner Bericht, aus der Sicht von Rainer Witte  erinnert an das Treffen in Sandouville und bringt alte Erinnerungen zurück.

Wochenende in Sandouville/Le Havre im Juni 2015 anl. des 50jährigen Jubiläums der dortigen Renaultfabrik und unseres R 16

An einem Donnerstag im Juni 2015 machten wir uns zu Dritt – Rainer, Heidrun und Madame (das ist unser Schmuckstück)- auf in die Normandie, um das Jubiläum unseres R 16 TX dort mitzufeiern. Die Einladung dazu war schon Anfang des Jahres über unseren Club an uns ergangen.

Vorab: Es war wunderschön! Morgens wurden wir beim festgelegten Treffpunkt in nahegelegenen Sporthallen von Freiwilligen großzügig mit Kaffee, Tee, chocolat chaud, Croissants, pains au chocolat beköstigt. Dann bekamen wir, immer schriftlich, das Tagesprogramm ausgehändigt, das wir als sehr ausgewogen empfanden. Auch bei unseren gemeinsamen Ausfahrten waren viele Helfer mit eingesetzt; an allen Abzweigungen standen die freundlichen Lotsen und Wegweiser.

Der Empfang im Werk begann mit reichlicher Bewirtung und Ansprachen aus der Renault-Führungsriege – es herrschte eine festliche Stimmung. Es folgte die Besichtigung der Fabrik per Elektrokarren mit Anhängern. Sie dauerte ca. 1 Stunde und zog sich hin, da nur je 30 Personen gefahren werden konnten. Es war faszinierend zu sehen, wie viele Arbeitsschritte ein einziger Roboter ausführen kann. Das letzte Band stand still- es waren keine Motoren auf Lager! Zurzeit werden dort nur Transporter hergestellt.

Diese Tour wurde auch zu Fuß angeboten. Doch jeder, der das auf sich nahm, kam danach erschöpft wieder zum Treffpunkt. An diesem Wochenende herrschte nämlich eine ‚canicule‘, französisch für Hitzewelle. Wir hielten ca. 6 Stunden insgesamt in der Hitze auf dem Werksgelände aus und das unter starker Bewachung.

Abends dann ein köstliches Galadiner, trotz Cateringfirma! – die Franzosen kochen immer noch sehr gut!

Am nächsten Tag eine „Ballade“ (Rundfahrt) durch die Haute Normandie, eine Genussstrecke mit blühenden Buchweizenfeldern, reetgedeckten Bauernhäusern, lauschigen Ortschaften…  Nachmittags Empfang in mehreren Flecken, immer mit Ausschank und Häppchen und der Haute Volee des jeweiligen Ortes, die uns überall herzlich willkommen hieß. So kamen wir auch mit Einheimischen ins Gespräch und stellten fest, wie sehr die Renault-Fabrik das Leben der Menschen dort prägt und das im Umkreis von sicherlich 100 Kilometern.

Am Tag vor der Abreise dann Prämiierung mit Verleihung von Pokalen. Zu unserer großen Überraschung erhielt ein Team von unserem Club einen Pokal, den ‚Prix d’Elegance‘: Der bezog sich auf die Garderobe der Mode der 50iger Jahre: Er mit schräger Baskenmütze und Zigarette, Sie mit langem Rock, Volants am Saum und den Blusenärmeln und frivolem Hütchen auf dem Kopf.

So war auch der Ausklang dieses ereignisreichen Wochenende – unser letztes gemeinsames Dejeuner in einem Nobelrestaurant am Sonntagmittag in Fecamp, einem Strandbad, – sehr anregend und harmonisch. Unsere Rückreise verlief, auch dank Madame, tadellos! (s.u.)

Die Reisestrecke Stuttgart-Sandouville ist ca. 800 km lang – wir stemmten sie je mit einer Übernachtung unterwegs. Unsere alte Dame – Madame! – schnurrte diese Entfernungen nur so herunter.

Sie ist ein echter Sympathieträger! Wo wir auch anhielten kamen Menschen auf uns zu und freuten sich an ihr und erinnerten sich spontan an Jugenderlebnisse mit diesem Automodell. Sogar die Polizei winkte uns freundlich zu, als wir in einem Ort zwecks Hotelsuche zufällig im Halteverbot standen. Es kam auch die Bitte, unter die Kühlerhaube sehen zu dürfen oder einmal hinter dem Steuerrad Platz zu nehmen und das mit verzücktem Lächeln.

Wir möchten auch auf unsere sehr angenehmen Schlafstätten hinweisen, die unser Navi uns unterwegs vorschlug. Die Hotelkette Campanile – gute Gastronomie, je mit Gartenrestaurant – befindet sich zusammen mit Best Western (oder ähnlich) – nur zum Übernachten, einfache Ausstattung, praktisch, mit allem was nötig ist, aber reichliches Frühstück – immer irgendwo am Rande eines Ortes. Wir gaben dort pro Übernachtung weniger als 60 Euro aus.

Rainer Witte/Heidrun Fakhr      im Sept. 2016

Zur Erinnerung noch eine Bildauswahl unter http://renault16.de/?p=19672&preview=true